Tierpflege: Kühe und Ziegen richtig versorgen

Tierpflege: Kühe und Ziegen richtig versorgen

Tierpflege: Kühe und Ziegen richtig versorgen

Die artgerechte Haltung von Kühen und Ziegen erfordert Wissen, Sorgfalt und regelmäßige Routinearbeiten. Neben der richtigen Fütterung spielen Stallhygiene, Impfungen und regelmäßige Gesundheitskontrollen eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden und die Produktivität der Tiere. In diesem Beitrag finden Sie praktische Hinweise, die sich in kleinen Betrieben ebenso bewähren wie in größeren landwirtschaftlichen Einrichtungen.

Grundlagen der Fütterung

Kühe und Ziegen haben unterschiedliche Bedürfnisse, teils abhängig von Rasse, Alter, Trächtigkeit und Produktionsstatus (Milchleistung). Allgemein gilt:

  • Frisches Wasser: Rund um die Uhr sauberes Trinkwasser anbieten. Ein Erwachsener Kuh braucht je nach Temperatur und Laktation deutlich mehr Wasser als eine Ziege.
  • Grundfutter: Raufutter wie Heu oder Silage bildet die Basis. Kühe benötigen größere Mengen Rohfaser, Ziegen bevorzugen oft feineres Heu und schätzen abwechslungsreiche Fraßplätze.
  • Konzentratfütterung: Je nach Leistungsniveau ergänzen Kraftfutter und Mineralstoffe die Ration. Immer an die jeweilige Tiergruppe anpassen, Überfütterung vermeiden.
  • Mineralstoffe und Spurenelemente: Speziell Ziegen brauchen oft mehr Kupfer und andere Spurenelemente; eine bedarfsgerechte Versorgung ist wichtig, aber Überdosierungen vermeiden.

Stallhygiene und Komfort

Ein sauberer, trockener und gut belüfteter Stall reduziert Krankheiten wie Atemwegserkrankungen und Klauenprobleme.

  • Sauberkeit: Futterstellen und Tränken regelmäßig reinigen. Liegeflächen mit ausreichend trockenem Einstreu versehen.
  • Belüftung: Zugfreie, aber luftaustauschende Belüftung schützt vor Feuchtigkeit und Ammoniakbildung.
  • Platzbedarf: Ausreichend Platz pro Tier minimiert Stress und Verletzungsrisiken. Auch Ruhebereiche und Fressplätze klar trennen.
  • Schädlingsbekämpfung: Fliegen, Nagetiere und Ektoparasiten kontrollieren, da sie Gesundheitsrisiken und Stress verursachen.

farm animals

Impfungen und Parasitenkontrolle

Ein Impfplan und regelmäßige Entwurmungen sind wichtige Bausteine der Herdengesundheit:

  • Impfungen: In Absprache mit dem Tierarzt einen Herdenschutzplan erstellen. Typische Impfungen betreffen gegen Tetanus, Rinderpest (wo relevant), Clostridien und andere regionale Risiken.
  • Parasitenmonitoring: Kotproben regelmäßig untersuchen lassen und gezielt behandeln. Weidewechsel und Stallmanagement können die Belastung reduzieren.
  • Betriebsindividuelle Maßnahmen: Jährliche Bestandsuntersuchungen helfen, Resistenzentwicklungen und chronische Probleme früh zu erkennen.

Regelmäßige Gesundheitskontrollen

Früherkennung von Krankheiten spart Tierleid und Kosten. Wichtige Kontrollen:

  • Tägliche Sichtkontrolle: Appetit, Gangbild, Atmung, Haltungsveränderungen, Kot- und Urinbefund.
  • Klauenpflege: Regelmäßiges Ausschneiden und Kontrolle beugt Lahmheiten vor. Häufigkeit abhängig von Haltungsbedingungen.
  • Reproduktionskontrolle: Trächtigkeitsuntersuchungen und Beobachtung der Abkalbe- bzw. Kitzenzeiten.
  • Milchkontrolle: Bei Milchvieh auf Mastitiszeichen achten und Milcheinträge dokumentieren.

Praktische Tipps für den Alltag

  1. Fütterungsplan führen: Tagesmengen, Ergänzungsfutter und Besonderheiten dokumentieren.
  2. Impf- und Behandlungsordner: Termine, Medikamente und Tierarztkontakte zentral ablegen.
  3. Quarantäne bei Neuzugängen: Neue Tiere vorerst separieren und kontrollieren, um Einschleppungen zu verhindern.
  4. Schulungen: Personal regelmäßig schulen, damit Auffälligkeiten frühzeitig erkannt werden.

Wann den Tierarzt rufen?

Bei akuten Symptomen wie starkem Fieber, anhaltender Lahmheit, plötzlicher Nahrungsverweigerung oder Geburtsproblemen sollte sofort ein Tierarzt hinzugezogen werden. Auch bei Unsicherheiten hinsichtlich Medikamentengabe oder Impfschemata ist professioneller Rat wichtig.

Fazit

Gute Tierpflege ist eine Kombination aus täglicher Aufmerksamkeit, vorbeugender Hygiene, einer ausgewogenen Fütterung und enger Zusammenarbeit mit dem Tierarzt. Kleine Maßnahmen im Alltag führen zu weniger Ausfällen, höherer Tierwohlzufriedenheit und oft auch zu besserer Wirtschaftlichkeit des Betriebs.

Haben Sie spezifische Fragen zu Fütterungsrationen oder Impfplänen für Ihre Herde? Gerne können Sie in den Kommentaren Erfahrungen teilen oder Fragen stellen.

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4 Kommentare

Anna Müller

Sehr hilfreicher Beitrag! Besonders die Hinweise zur Mineralstoffversorgung bei Ziegen fand ich nützlich. Danke für die konkreten Tipps.

Thomas Becker

Guter Überblick. Könnte noch interessant sein, konkrete Fütterungsbeispiele für Milchkühe und Ziegen zu sehen. Vielleicht beim nächsten Beitrag?

Lukas Schmidt

Wir hatten große Probleme mit Klauenlähmungen letzte Saison. Die Hinweise zur Klauenpflege sind wichtig — regelmäßig kontrollieren hat viel geholfen.

Monika Kaiser

Quarantäne für Neuzugänge unbedingt betonen. Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht und Krankheiten vermeiden können.

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